Kulturnacht 2017 in der Stadtkirche


„Die Geschichte des Klaviers“ an Hand von Instrumenten aus der Sammlung von Eric Feller.
Ausgestellt wurden ausschließlich historische Originalinstrumente der Baujahre 1750 bis 1815.
Rasch füllte sich die Kirche.Pünktlich um 19.45 begann der bis zur Mitternacht interessante Musikabend zunächst mit einem Stück von John Stanley auf der kircheneigenen Truhenorgel.
Nach einer kurzen Begrüßung des Vorsitzenden Jürgen Böttcher vom Förderverein Musik in der Stadtkirche zu Glückstadt übernahm Eric Feller den weiteren Ablauf des Abends.

Der Begriff „Clavier“ (mit „C“) bezeichnete alle Tasteninstrumente bis zur Mitte des 19. Jahr-hunderts. Alle fünf ausgestellten Instrumente wurden von Feller vorgestellt mit einer kurzen Einführung und besonderer baulicher Eigenarten, Tonerzeugung und Spielweise. Die Auswahl der Instrumente zeigte einen Querschnitt durch die Baugeschichte der Tasteninstrumente. Hier waren zu hören: Clavichord eines anonymen Erbauers aus Wien um 1750, Spinett von Thomas Barton aus London um 1720, Hammerflügel von John Broadwood & Son aus London 1803, Hammerflügel Heinrich Janssen aus Wien um 1810/15 und ein Regency Tafelklavier John Broadwood & Sons aus London 1814.
Um den Besuchern einen Eindruck der unterschiedlichen Klänge der verschiedenen Instrumente zu vermitteln und damit auch die Veränderungen im Klavierbau hörbar zu machen, hatte Eric Feller zeittypische, auf den Sammlungsinstrumenten gespielte Musikstücke mitgebracht.

Das Repertoire umfasste einen Querschnitt mit Werken von John Stanley, Marco Facoli, Henry Purcell, Joseph Haydn, Robert Schumann und Ludwig van Beethoven.

In den Konzertpausen hatten die Besucher die Möglichkeit, sich die Instrumente noch einmal aus der Nähe anzuschauen, wovon auch reger Gebrauch gemacht wurde.
Am Ende des „Drei-Konzert-Marathons“ war Eic Feller mit einer Zugabe ganz inspirierter Imrovisator am Hammerflügel, Baujahr 1803. Zugegeben, die Gemeinde der Klassikfreunde hatte sich zur späten Stunde gelichtet, aber Standing Ovations um Mitternacht der Anwesenden war ein großes Lob für einen gelungenen Abend!!
Die Sammlung des Pianisten Eric Feller ist eine Privatsammlung von außergewöhnlichen historischen Tasteninstrumenten und umfasst momentan über 350 historische Tasteninstrumente. Der Schwerpunkt der Sammlung liegt dabei auf den äußerst seltenen Tangenteninstrumenten sowie auf frühe Tasteninstrumente bis 1830. In keiner Privatsammlung weltweit gibt es eine größere Dichte von Tangenteninstrumenten. Neben den wertvollen Instrumenten beinhaltet die Sammlung eine umfassende Bibliothek von derzeit über 5.000 Bänden Noten, Erstausgaben, Autographen und Fachliteratur aus allen Bereichen der Musik sowie eine umfassende Bibliothek mit Erstausgaben zum Thema der Philosophie. Ziel der Sammlung soll neben der Erhaltung der kostbaren Instrumente und Konzerten sein, einen Teil zum Thema der Musikgeschichte beizutragen und die Forschung hinsichtlich der Instrumentenbaugeschichte zu vervollständigen.

 

Jürgen Böttcher